U14 Seahawks werden Siebter bei der Deutschen Meisterschaft

SHVV | U20-Zone

Ein Bericht von Leonhard Holtmann

Der VC Dresden ist ein würdiger Deutscher Meister. Aber auch er musste zweimal in den Tie-Break gegen Grafing und Rottenburg, behielt dabei nur mit Mühe die Oberhand. Ansonsten eine hochklassige Meisterschaft mit vielen fast ebenbürtigen Teams.

Die Flensburg Seahawks hatten sich das Erreichen des Viertelfinales als Ziel gesetzt, wohl wissend, dass es gegen die Talentschmieden der Bundesligisten aus den großen Verbänden unglaublich schwer werden würde. Aber die Jungs von Trainer Leo Holtmann starteten mit einem beeindruckenden 2:0 (13,10) Sieg gegen die Nordwest Vizemeister Tecklenburger Volleys. Auch im zweiten Spiel konnte das Team von Spielkapitän Anton Schiller beim deutlichen 2:0 (19,18) über Schmalkalden VV seine spielerische Klasse zeigen. Immer wieder schafften es die beiden Hauptangreifer Bo Hansen und Hennes Nissen harte Angriffsschläge ins Ziel zu bringen. Sehr gute Aufschläge durch Luc Thomsen brachten weitere wichtige Spielpunkte. Der Grundstein für das Erreichen des Viertelfinales war gelegt.

Zum Abschluss der Vorrunde traf man auf Westmeister TV Hörde. Dieses Team verfügte über zwei sehr große, athletische Spieler (188 cm), die im ersten Satz durch harte Angriffe immer wieder zu Punkten kamen. Mit 17:25 mussten die Seahawks hier die erste Satzniederlage hinnehmen - auch weil das eigene Aufschlagspiel zu leicht war, um den Gegner unter Druck zu setzen. Ganz anders im zweiten Satz. Von Beginn an spielte Flensburg mit druckvollen Aufschlägen und führte schnell 7:1. Über 14:4 wurde die Führung durch gutes Angriffsspiel sogar auf 16:8 ausgebaut. Dann aber eine unglaubliche Fehlerkette (Aufschlag und Annahme), die den Gegner auf 14:17 rankommen ließ. Bis 21:19 konnte Flensburg die Führung halten. Dann aber führten zwei weitere Servicefehler zum 23:23 Ausgleich. Im Satzfinale hatten die Seahawks durch Netzroller großes Pech und unterlagen unverdient mit 24:26. Wäre der Satz gewonnen worden, hätte das den Gruppensieg bedeutet, weil Hörde ein Gruppenspiel gegen die Tecklenburger Volleys verloren hatte.

 

So musste das Team von Leo Holtmann in der Zwischenrunde gegen den Oldenburger TB um den Einzug ins Viertelfinale kämpfen. Im bereits vierten Spiel des Tages zeigen sich die Seahawks von der unglücklichen Niederlage gut erholt und bezwangen die Nordwestmeister klar mit 2:0 (12,16). Das Viertelfinale war erreicht.

 

Nun aber wartete mit den VC Dresden einer der großen Turnierfavoriten. Das mit Abstand athletischste Team (fast alle Stammspieler großer als 185 cm) setzte Flensburg von Beginn an mit schnellen und flachen Aufschlägen gewaltig unter Druck. Beim 6:25 im ersten Satz gelangen den Seahawks gerade mal zwei gute, platzierte Angriffe. Zu wenig um die Dresdener in Verlegenheit zu bringen. Verunsichert durch schwache Annahmen waren die eigenen Aufschläge zu schwach und ohne den nötigen Druck. Die Dresdener Annahmespieler brachten vermehrt die Bälle auf den Zuspielpunkt. Somit war es ein Leichtes für die athletischen Angreifer zu punkten. Erst als der Dresdener Trainer im zweiten Satz seinen Bankspielern Anteile gab, waren die Seahhawks wieder auf Augenhöhe und konnten mit 18:25 die Niederlage erträglich gestalten. Damit war der Kampf um die Meisterschaft beendet. Nun konnte es für Flensburg nur noch um die Plätze 5 bis 8 gehen.

 

"Leider sind wir bereits im Viertelfinale auf den späteren Meister getroffen" meinte Co-Trainer Gunnar Hansen am Rande des Turniers. "Gegen jede andere Mannschaft hätten wir wohl größere Chancen auf ein Weiterkommen gehabt".

Im Spiel um den Einzug um Platz 5 gegen den Südmeister TSV Schmiden zeigte sich, dass die beiden Trainer gute mentale Arbeit geleistet hatten. Ihre Schützlinge hatten das Ausscheiden um die Meisterschaft gut verdaut und zeigten hier ihre beste Turnierleistung. Leider sollte die am Ende nicht reichen, weil nach sehr gutem Beginn und 25:17 im ersten Satz, sich im zweiten Satz zum Ende hin erneut Fehler einschlichen, die zum 24:26 Satzverlust führten. Im abschließenden Tie-Break lagen die Seahawks bis in die Schlussphase in Führung konnten den Satz beim 13:15 aber nicht ins Ziel retten, weil wieder leichte Fehler und vor allem der Ausfall von Bo Hansen, der sich bei einem Sturz das Knie hart geprellt hatte, dies nicht zuließen.

Somit ging es im Spiel um Platz 7 gegen einen der ganz Großen im Deutschen Volleyball, dem SCC Berlin. Die ersten Herren vom SCC sind immerhin die Recycling Volleys Berlin der amtierende Deutsche Meister. Obwohl mit Bo Hansen zunächst ein Eckpfeiler des Flensburger Spiels fehlte - er wurde durch Thorge Jaspers ersetzt, der erst seit zwei Monaten Volleyball spielt, gelang der VSG ein guter Start, vor allem weil die Jungen es verstanden, nun vermehrt über Luc Thomsen abzuschließen, der neben Hauptangreifer Hennes Nissen beim 25:10 für Punkte sorgte. Leider konnten die Seahawks das Niveau vom ersten Satz nicht halten. Das bereits siebte Spiel in zwei Tagen hatte fast alle Kraftreserven aufgebraucht.

Vor allem, weil Coach Holtmann zwar neun Spieler im Kader hatte, davon aber nur vier wirklich bereit waren, eine Deutsche Meisterschaft zu spielen. Die anderen Jungen sind entweder erst 11 Jahre alt oder spielen erst seit wenigen Wochen Volleyball. Somit lag die Hauptlast auf den vier Etablierten, Anton Schiller Nr1, Luc Thomsen Nr 2, Bo Hansen Nr. 3 und Hennes Nissen Nr. 10. Einzig Thorge Jaspers Nr 12 bekam mehrere Einsatzzeiten und zeigte dabei tolle Leistungen. Die anderen Bankspieler wurden nur in der Vorrunde für einige Spielsequenzen eingesetzt. Zu hoch das Niveau, als dass der Trainer sie hätte dauerhaft bringen können. Das zeigte hier im letzten Spiel Wirkung. Die Stammspieler liefen auf Reserve und Bo Hansen wurde noch behandelt. Somit ging Satz 2 mit 18:15 verloren. Im dritten Satz konnte die VSG Bo Hansen aber erneut einsetzen, und das gab am Ende den Ausschlag. Das technische bessere Spiel und die zurück gewonnene Angriffstärke der Seahawks führten zum umjubelten 15:12. Platz 7 war die Belohnung für zwei Tage harte Arbeit.

 

Für Flensburg spielten:

Anton Schiller (MF), Bo Hansen, Hennes Nissen, Luc Thomsen, Thorge Jaspers, Tom Jacobsen, Luis Stolle, Ben Urban, Benjamin Krause

Endplatzierungen

1. VC Dresden
2. TSV 1860 Mühldorf
3. TSV Grafing
3. TV Rottenburg
5. TV Hörde
6. TSV Schmiden
7. VSG Flensburg-Adelby
8. SCC Berlin
9. Schweriner SC
10. Berliner TSC
11. Oldenburger TB
12. Tecklenburger Land Volleys
13. TuS Kriftel
14. VV Humann Essen
15. Schmalkalder VV
16. TV Baden 1910

veröffentlicht am Montag, 19. Juni 2017 um 14:35; erstellt von Grande, Monika
letzte Änderung: 19.06.17 14:39

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