VSG-U20-Jungs vollbringen das Wunder und holen erstmals den norddeutschen Meistertitel nach Lübeck

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VSG-U20-Jungs vollbringen das Wunder und holen erstmals den norddeutschen Meistertitel nach Lübeck

Seit Jahren dominiert der Verband aus Mecklenburg-Vorpommern im U20-Jugendbereich den Norden und dann kamen die mutigen Jungs aus Lübeck. Das VSG-Team holt binnen von einer Woche zwei Titel. Dabei schlagen sie den Favoriten aus Schwerin zweimal im NDM-Turnier und sorgen für die Kirsche auf der Torte für den Ausrichter. Unter notwendigen Hygieneschutzauflagen präsentiert sich die VSG Lübeck als hervorragender Gastgeber - nach zwei Landespokal-Finalausrichtungen und der zweijährigen Corona-Durststrecke wollte man binnen von 4 Wochen ein sicheres Event auf die Beine stellen und eine Atmosphäre wie zu alten Zeiten kreieren. Das gelang auch und wurde mit der Finalteilnahme der VSG-Lübeck gekrönt. Trainer Jürgen Witte wusste, was sein kleines aber feines Team kann - die große Frage war aber, wie gut ist die Konkurrenz und können alle Jungs ihre Fähigkeiten abrufen. In der Vorrunde ging es am Samstag dann gleich gegen den Favoriten aus Schwerin - das Team hatte nichts zu verlieren und so schockten sie die Schweriner mit einem sicheren ersten Satzgewinn und waren sehr früh im Turnier angekommen. Die Schweriner wurden im zweiten Satz deutlich stabiler und sowohl der Aufschlag- als auch der Angriffsdruck über die Außen- und Diagonalposition nahm zu. Entsprechend erhöhte sich die Fehlerquote und der Satz ging erwartungsgemäß an die Schweriner. Der dritte Satz war ein Satz der Eigenfehler - wie so häufig in Entscheidungssätzen derzeit stabilisieren sich die Lübecker Jungs zum Satzende hin und so auch dieses Mal. In einem engen Tie-Break wurden die Nachbarn aus Schwerin mit 15:13 bezwungen und die erste Euphorie war riesig (innerlich schrillen bei Trainern dann immer die Alarmglocken mit Blick auf das nächste Spiel). Mit dem Favoriten in einer Gruppe bedeutet, dass man spätestens erst wieder im Finale auf einander trifft und man mit dem zweiten Spiel gegen den Oststeinbeker SV alle Optionen hat, direkt ins Halbfinale einzuziehen. Ohne die Oststeinbeker zu unterschätzen kam man plötzlich in die Favoritenrolle und kurzzeitig drohte der Fokus des eigenen Spiels verloren zu gehen. Kleinere Fehler häuften sich zu Satzbeginn, aber nach klaren Ansagen des Trainers kamen die Jungs zurück auf den Boden und besannen sich ihrer Stärken auf allen Angriffspositionen und dem Aufschlag. Entsprechend deutlich ging das Spiel mit 2:0 (:18, :17) an die Hansestädter. Das Halbfinale war erreicht und in der Nachbargruppe zeichnete sich ein Zweikampf zwischen dem Kieler TV und dem Team aus Eimsbüttel ab. Entsprechend knapp besiegten die Kieler den ETV mit 2:1 und waren somit als Gruppensieger ebenfalls als Schleswig-Holsteiner Team im Halbfinale. Der SV Warnemünde belegte in der Vorrunde den dritten Platz und musste entsprechend am nächsten Tag gegen den Schweriner SC im Kreuzspiel antreten. Die Warnemünder sprangen für den crorona-bedingt ausgefallenen Rehnaer SV ein und hatten binnen von 2 Tagen ein spielfähiges Team auf die Beine gestellt. Die Lübecker konnten sich am Sonntagmorgen in Ruhe ihren Gegner anschauen und im Kreuzspiel setzte sich der Eimsbüttler TV durch.
Bereits im Kreuzspiel war zu erkennen, dass die Hamburger starke Einzelspieler an Bord hatten, so dass wieder eine Top-Leistung notwendig war, um den Traum vom Finale zu verwirklichen. Aber ein Sieg war nicht unrealistisch und es entwickelte sich ein dramatisches Match mit offenem Ausgang. Der erste Satz ging eng umkämpft und denkbar knapp mit 25:23 an die Gäste aus Hamburg. Man brauchte diesen Satz, um in den Sonntag zu kommen und es folgte eine starke Teamleistung im zweiten Satz. U.a. Joshua Rietz und Eric Turowski spielten ihren stärksten Volleyball im Zuspiel und Diagonalangriff. Dazu kamen mehreren erfolgreiche Blocks gegen die Eimbüttler Außenangreifer. Auch die Aufschlagstärke trug zu einem ungefährdeten 25:17 Sieg im zweiten Durchgang bei. Der Entscheidungssatz musste her, den das Team bereits zweimal in der Jugendrunde gegen den Landeskonkurrenten KTV erfolgreich bestritten hatte. Ohne ein Anzeichen von Nervosität wurde dieser Satz mutig angegangen und am Ende wurde mit einem 15:10-Sieg ein weiterer Traum war - Endspiel in der Hansehalle gegen den SC Schwerin, der sich gegen den Kieler TV im anderen Halbfinale durchgesetzt hatte - was für ein Drehbuch. Man kam im Finale wieder in die Underdog-Rolle und hatte nichts zu verlieren - im Gegenteil - das Team spielte locker auf allen Positionen auf und man deklassierte den hohen Favoriten mit einem unglaublichen 25:14-Sieg im ersten Satz - der absolute Wahnsinn, welches Potential in einer Teamleistung stecken kann, das dann im entscheidenden Moment auch abgerufen wurde. Es harmonierte und u.a. auf der Diagonalposition erwies sich Joshua Rietz als weiterer Punktegarant - der Knoten war geplatzt und Schwerin kam mit der Drucksituation nur schwer klar. Dazu ein glänzend aufspielender Tilo Rietschel, der später MVP wurde, und aus auch schwierigen Situationen druckvolle Angriffe entwickelte. Ob über die Mitte mit den variablen Angriffen von Josse Lange und Vincent Rietz oder mit gezielten Aufschlägen - alles passte an diesem Sonntag, so dass der Schweriner SC mit 2:0 auf den zweiten Platz verwiesen wurde. Einige Zuschauer hätten sich sicherlich einen dramatischen dritten Satz gewünscht und auch die Jungs hätten in einem dritten Durchgang weiterhin Kraft und viel Spaß gehabt, aber als der Aufschlag der Schweriner beim Stand von 22:24 ins Netz ging, war der Jubel und die Freude grenzenlos. Die VSG Lübeck ist sowohl mit dem sportlichen Ausgang als auch mit der organisatorischen Leistung äußerst zufrieden. Das weibliche U20-VSG-Team konnte leider am Sonntag nicht an die Leistung vom letzten Spiel am Samstag anknüpfen und verlor ihr Kreuzspiel am Sonntag deutlich gegen den Kieler TV, gegen den man noch beim Landesmeisterschaftsfinale auf Augenhöhe begegnet war. Entsprechend enttäuscht ging dann auch das Platzierungsspiel gegen den VfL Geesthacht verloren. Der historische Sieg der Jungs und eine tolle Veranstaltung ließen am Ende dann die Enttäuschung etwas weichen.

Abgerundet wurde die Veranstaltung mit einer gemeinsamen Siegerehrung, bei der die Turnierleiter Michael Gülck und Thomas Kranz den Einsatz aller HelferInnen lobten und insbesondere dem ehramtlichen Engagement von TrainerInnen und den SchiedsrichterInnen dankte sowie einem grandiosem Livestream des „Adler on Tour“-Teams aus Kiel. Ein derartiges Event ist nur auf die Beine zu stellen, wenn viele Hände unterstützen. Daher gebührt auch der Dank der Hansestadt Lübeck, die uns inklusive des Hallenwartes sehr halfen. Unter den Augen der Jugendspielwartin Dörte Pieplow erhielten die Teams ihre Medaillen und Preise. Sportlich und organisatorisch erschöpft, aber rundum zufrieden, ließ man nach dem Aufräumen den Abend bei einer Pizza ausklingen und schmiedete bereits Pläne für die Reise nach Bayern zu den Deutschen Meisterschaften.
Text und Bilder: VSG Lübeck

veröffentlicht am Mittwoch, 23. März 2022 um 11:45; erstellt von Jugend, Spielleitende Stelle
letzte Änderung: 23.03.22 11:21

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